Hochschule

Seit 2015 kooperieren wir mit der Technischen Hochschule Deggendorf (THD). So können wir im regionalen Umfeld den dualen Studiengang „Bachelor of Science - Physiotherapie dual mit Schwerpunkt Bewegungswissenschaften“ an einer öffentlichen Hochschule anbieten, d. h. kostenfrei.

Chance auf kostenfreies Studium

Dieser Studiengang ist zunächst in unsere dreijährige Physiotherapieausbildung integriert.
Diejenigen Schüler, die in das Studium eingeschrieben sind, besuchen in der unterrichtsfreien Zeit zusätzlich Vorlesungen an der THD.
Dann, wenn Du Dein Zeugnis als staatlich anerkannter Physiotherapeut in der Tasche hast, beginnt Dein dreisemestriges Vollzeitstudium zum Bachelor of Science (B.Sc.).

Zusätzlich bietet die THD noch einige weiter Abschlüsse und Zertifikate an, die Du mit einem kleinen Mehraufwand im Rahmen des Studiengangs PSB erwerben kannst.

Informiere Dich dazu am besten direkt auf der Website der THD!

Diese Module des Studiengangs beinhalten Schwerpunkte in

  • Interventionsprozesse
  • (Bewegungsbezogene) Gesundheitskompetenz
  • Körperliche Aktivität
  • Bewegungs- und Sporttherapie
  • Gesundheitsmanagement

Als Bachelor kannst Du das Potenzial der Physiotherapie bestmöglich und nachhaltig einsetzen
• für mehr Spezialisierung in Praxis, Lehre und Wissenschaft und
• für eine gestärkte berufliche Position

Voraussetzung für dieses Studium ist die Hochschulreife oder die berufliche Qualifizierung.
Wenn Du Fragen hierzu hast, rufe uns  gerne an unter der Telefonnummer 08563 – 977403-10 oder sende uns  Deine E-Mail an info@vpt-berufsfachschule.de

Erfahrungsbericht einer Studentin

Von Anna B., Juli 2021

Zum Wintersemester 17/18 habe ich das Studium „Physiotherapie dual mit Schwerpunkt Bewegungswissenschaften“ an der THD parallel zur Ausbildung an der VPT Berufsfachschule in Bad Birnbach begonnen. Momentan befinde ich mich am Ende des 8. Semesters, d. h. so langsam beginnt die „heiße Phase“: Neben dem für mich nun üblichen „Wahnsinn“, das geprägt ist aus Vorlesung, zwischendurch Arbeiten, Erstellen von Lehrproben und PStAs, gesellen sich nun Sachen wie Themenfindung für die Bachelorarbeit, Abarbeitung der noch ausstehenden Praktika und Teilnahme an Veranstaltungen, die für zusätzliche Zertifikate Voraussetzung sind (darauf komme ich bestimmt später noch einmal zurück). Nun möchte ich Dir jedoch einen kleinen Einblick verschaffen, wie es denn für mich so war /ist als „Dualer-Student“.

Da kommen wir auch schon zu dem ersten Missverständnis, dass ich den meisten Leuten (und Ämtern) erklären musste. In deren Weltbild bedeutet „Duales Studium“ automatisch geregeltes Einkommen… Nun ich muss sagen, sogar in meiner Oberstufenzeit am Gymnasium hatte ich ein geregelteres Einkommen als gerade jetzt. Corona ist zusätzlich natürlich nicht gerade hilfreich gewesen. Aber auch da ist es schlichtweg frustrierend und ermüdend, wenn man keine staatlichen Unterstützungen zugesprochen bekommt (geschweige dem, dass überhaupt mal jemand Interesse gezeigt hätte, sich mit meinem „Sonderfall“ auseinander zu setzen), weil man ja laut Papier „dual“ studiert. Ich muss gestehen: nach einem Blick auf meinem Kontostand, hatte ich mehr als einmal mit dem Gedanken gespielt das Studium abzubrechen…

Jedoch habe ich es jedes Mal aufs Neue wieder verworfen: Zum einen sicherlich, weil ich einfach kein Mensch bin, der Dinge nur halbangefangen im Raum stehen lässt. Zum anderen aber auch, weil ich den Eindruck hatte, dass mir das Studium etwas bringt; dass mir dadurch Wissen und Kompetenzen vermittelt werden, die mich im Leben weiterbringen; dass es sich zum Ende hin doch lohnt.

So jetzt aber mal zum Wesentlichen:

Während den drei Jahren der Ausbildung, hatte mein Kurs maximal zweimal im Monat Freitagnachmittag und /oder Samstag in Land Au (einer vorrübergehenden Außenstelle der THD in Deggendorf) präsent zu sein. Dabei wurde von Seiten der VPT-BSF stets darauf geachtet, dass sich die Unterrichtszeiten nicht mit den Vorlesungszeiten kreuzen und genug Zeit zur Verfügung stand, um von Bad Birnbach nach Deggendorf zu fahren, ohne sich abhetzen zu müssen. Und selbst wenn sich kurzfristig etwas im Vorlesungsplan geändert hatte oder Zeiten irgendwie scheinbar unter den Tisch gefallen waren, konnte man anstandslos im Sekretariat Bescheid geben.

In den ersten drei Semestern wurde uns Studierenden durch die Module „Psychosoziale Kompetenzen“, „Forschungsmethodik und Statistik“ und „Fachenglisch“ ein Fundament zum korrekten wissenschaftlichen Arbeiten mitgegeben, von welchem wir über die ganze Studienzeit hinaus profitiert haben. Auch der Austausch mit Schülern aus anderen Berufsschulen war sehr interessant.

Nachdem ich meinen Abschluss als „staatlich anerkannter Physiotherapeut“ in der Tasche hatte, hatte ich noch drei weitere Semester an der Hochschule – nun als Vollzeitstudium (immer noch als „dual“ in der Immatrikulationsbestätigung vermerkt) – vor mir. Auch hier war der Stundenplan nicht allzu voll, sodass ich noch Zeit hatte um nebenbei auf 450€-Basis arbeiten zu gehen (zumindest theoretisch).

Leider konnte ich bzw. der gesamte Kurs bis jetzt nichts vom „typischen Studentenleben“ kennenlernen. Entweder man hatte parallel Berufsschule, war dementsprechend nur selten in Deggendorf, oder Corona machte einen Strich dazwischen.

Coronabedingt konnten viele Veranstaltungen nur online stattfinden. Das finde ich besonders bei unserem Studiengang sehr schade, da die Vorlesungen vom Miteinander, von Interaktion und Diskussion leben.

Es wurde sich jedoch bestmöglich von allen Dozenten bemüht, uns zumindest annähernd das Gefühl davon zu geben: Online-Vorlesungen, Gruppenarbeiten und kleine Diskussionen in „Breakout-Sessions“ halfen dabei. Aber auch durch die Ausstattung der Lehrräume in Land Au mit Videokameras, hatte man uns versucht einen Einblick in die Lehrproben der anderen zu verschaffen. Aber es ist ja doch etwas anderes, ob man Zuhause vorm PC sitzt oder sich aktiv beteiligen und mitmachen kann.

Lehrproben: Die Prüfungssituation, mit der ich wohl am häufigsten konfrontiert wurde.

Diese wurde meist in Gruppen oder Paarweise ausgearbeitet und es wurde viel Wert auf eine vielfältige didaktisch methodische Vortragsweise gelegt. Diese weicht durchweg ab vom sturen eintönigen Frontalunterricht, welchen wir wohl alle aus unserer Schulzeit kennen, hin zu einer bunten interaktiven Moderation des Vortrages.

Was am Anfang noch für Gestöhne bei uns Studenten ausgelöst hat (weniger Monologe, mehr Einbeziehung der Adressanten, noch mehr praktische Anteile, mehr Gruppenarbeit, …), wurde mehr und mehr von uns gegenseitig verlangt. Auf einmal hieß es: „Der Einstieg war doch ein wenig lange zum nur zuhören“ oder „Da hätte ich mir gewünscht, das praktisch selbst ausarbeiten zu können“. Wir haben verstanden welch überragender pädagogischer Mehrwert eigentlich hinter der „Trizerei“ unserer Dozentin steckt.

Zu den in der Berufsschule vermittelten berufsspezifischen Grundlagen – theoretischer und praktischer Natur – kommen nun Kenntnisse und Fähigkeiten, die mich zum Entwickeln von neuen Interventionen auch fachübergreifender Art befähigen.

Ebenfalls sind die zusätzlich angebotenen Zertifikate und Lizenzen sehr interessant und es ist durchaus Wert sich damit zu beschäftigen. So werden zum Beispiel „Sport- und Bewegungstherapie DVGS e.V.“, „Rückenschulkursleiter“, „Medical Nordic Walking“ oder „Systemisch Prozessberatung im Betrieblichen Gesundheitsmanagement“ zu einem vergleichsweise geringen Mehraufwand angeboten.

Zusammenfassend: ich denke, dass mir das Studium (trotz Corona gebeutelt) einige Türen öffnen wird. Ob Physiotherapie, Bewegungs- und Sporttherapie, Wissenschaft, Lehrende Tätigkeit, Unternehmensgründung, Führungs- oder Coachingposition…

Mal sehen, wohin die Zukunft mich noch führt…

Ich hoffe, dass ich Dir einen kleinen Einblick verschaffen konnte. Auch wenn meine Erfahrungen mit dem Studium nicht wirklich als Regelfall gesehen werden können und vielleicht auch an manchen Stellen etwas negativ rüberkommen, war es doch die Mühen auf alle Fälle wert.

Zum Schluss wünsche ich Dir noch – solltest Du Dich für das Studium entscheiden – viel Erfolg und ein hoffentlich normales Studentenleben mit all seinen Vorzügen ohne Pandemie.